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Vogelschutz praktisch

Wozu Vogelschutz?

Es waren die Vögel, deren Schicksal uns Menschen am ersten und am meisten anrührte und für die aus Sorge um ihr Fortbestehen der Deutsche Bund für Vogelschutz, jetzt NABU, sowie die Vogelschutzwarten gegründet wurden. Damit zählen die Staatlichen Vogelschutzwarten mit ihrer langjährigen Tradition, in Thüringen sind es fast 100 Jahre, wir existieren bald 80 Jahre, zu den ältesten Naturschutzeinrichtungen Deutschlands.

"Das Beobachten und die Untersuchung von Vögeln ist ein ganz besonderer Beitrag zur Einschätzung unserer Umwelt. Vögel sind besser untersucht als jede andere Tier- und Pflanzengruppe. Sie haben einen besonderen Stellenwert in vielen Kulturen der ganzen Welt. Sie dienen auch als biologische Indikatoren, die uns die Auswirkungen der Umweltveränderungen aufzeigen. Vögel zu verstehen ist ein Anfang, die Welt zu verstehen". Diese nachdenkenswerten Worte schrieb Christoph Imboden, ehemaliger Generalsekretär von BirdLife International in seinem Vorwort für das "Jahrhundertwerk" "Handbook of the Birds of the World". Hieran lässt sich lückenlos der Auftrag des Vogelschutzes und der Vogelschutzwarten anknüpfen.

Grundsätzliches Ziel ist die Erhaltung und Förderung der typischen Brut- und Gastvogelwelt und ihrer Lebensräume. Alle Schutzmaßnahmen für die gefährdeten Vogelarten lassen sich nahezu ausschließlich nur über die Erhaltung sowie gezielte Verbesserung ihrer Lebensräume erreichen. Mit dieser Vorgabe ist ein moderner Vogelschutz weder auf Artenhilfsmaßnahmen wie das An- und Ausbringen von Nist- oder Futterhilfen, noch auf den Schutz weniger naturnaher - und damit oft auch konfliktärmerer - Lebensraumtypen zu beschränken. Die erforderlichen Vogelschutz-/Naturschutzziele sind vielmehr nur erreichbar, wenn es gelingt, diese den Nutzern der Kulturlandschaft - von Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Jagd und Fischerei bis hin zu den Kommunen, der Industrie sowie allen Bürgerinnen und Bürgern verständlich zu machen. Die erforderlichen Maßnahmen sind dabei nur teilweise über den Verordnungsweg vollziehbar. Vieles bleibt davon abhängig, ob die Anliegen des Vogel- und Naturschutzes Allgemeingut werden können und ob es uns gelingt die Naturnutzer zur Mitarbeit zu bewegen.

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Vogelkunde (Ornithologie)

Wie erfasst man Vögel?

Wenn man sich in der Vogelbestimmung gut auskennt, ist es als nächster Schritt wichtig, die beobachteten Verhaltensweisen richtig zu interpretieren. So zeigen der arteigene Gesang (in der Regel singen nur die Männchen!), Schau- oder Balzflüge, dass die beobachtete Vogelart im entsprechenden Lebensraum ein Brutrevier beansprucht. Das Tragen von Nistmaterial oder Futter können hierbei ebenso als sicherer Brutnachweis für die jeweiligen Arten gelten, wie Ablenkverhalten von Altvögeln, der Fund eines Nestes oder das Beobachten gerade ausgeflogener Jungvögel.

Vögel brüten nicht zufällig über die Fläche verteilt. Ihr Vorkommen zeigt an, dass die für jeweilige Vogelart notwendigen Lebensraumansprüche erfüllt sind (vgl. Vögel als Bioindikatoren). Hierbei besitzen einzelne Arten sehr spezifische Lebensraumansprüche, andere Arten kommen in einer Reihe unterschiedlichster Lebensräume vor. So benötigt z.B. der Flussregenpfeifer offene Rohbodenstadien mit sandig-kiesigem Untergrund, um überhaupt zu brüten. Die Amsel hingegen kommt in allen gehölzbestandenen Lebensräumen vom Siedlungsbereich über Parks bis zu Laub- und Nadelwald vor. Andere Arten benötigen unterschiedlich strukturierte Teillebensräume, die für die Art verschiedene Funktionen erfüllen. So benötigt z.B. der Rotmilan Waldstandorte mit Bäumen eines gewissen Alters in möglichst störungsfreier Lage, um seinen Horst anzulegen und zusätzlich offene Feldfluren mit hohem Kleinsäugerreichtum, um ausreichend Nahrung zu finden. Wichtig ist, dass der jeweilige Lebensraum einer Art (= Habitat) über alle für die Art notwendigen Strukturen, sog. Habitatrequisiten, verfügt. Besondere Bedeutung haben hierbei für Vögel ein geeigneter Brutplatz sowie ein ausreichendes Nahrungsdargebot.

Informationen über Vorkommen, Häufigkeit und Verbreitung von Vogelarten sind für viele Fragestellungen des modernen Natur- und Vogelschutzes von zentraler Bedeutung. Grundlagenforschung, Monitoring (dauerhaftes Überwachen von Vogelpopulationen) und Fachplanungen fußen auf der systematischen Erfassung, Aus- und Bewertung von Vogeldaten. So führen Vogelerfassungen im Rahmen von Fachplanungen im Idealfall dazu, dass die umweltverträglichste Lösung geplant wird. Landesweite Erfassungen dienen als Grundlage für Schutzkonzepte einzelner Arten oder Gebiete, und die Bestandseinschätzungen können auch als Datengrundlagen zur Erstellung von Roten Listen gefährdeter Vogelarten dienen. Über den gerade etablierten Nachhaltigkeitsindikator der Bundesregierung (Vogelarten als Teilindikator für die Artenvielfalt; wissen wir, ob wir in den jeweiligen Hauptlebensraumtypen Deutschlands mit unseren natürlichen Ressourcen sorgsam und nachhaltig umgehen. Und schließlich erlaubt uns das Monitoring in Natura 2000-Gebieten z.B. Rückschlüsse, ob sich die jeweiligen Schutzgüter in einem günstigen Erhaltungszustand befinden und verpflichten uns zu Maßnahmen, falls dies nicht der Fall sein sollte.

Damit Vogeldaten im Rahmen der oben aufgeführten Anforderungen eingesetzt werden können, müssen sie nach einheitlicher Methode erfasst und nach standardisierten Vorgaben ausgewertet werden. Erst dieses Vorgehen erlaubt eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse und sichert die wissenschaftliche Belastbarkeit der Aussagen.

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