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Vögel und Landwirtschaft

In weiten Teilen Europas haben die Vögel in der Agrarlandschaft in den letzten Jahrzehnten starke Bestandsrückgänge hinnehmen müssen, wobei der Rückgang vielerorts noch immer anhält, wie die Feldvogelindizes von Europa, Deutschland und Hessen eindrucksvoll belegen. Für die Feldlerche wurde beispielsweise bundes- und hessenweit ein Rückgang von rd. 50 % in den letzten 12 Jahren detektiert. Dabei ist es vor allem die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung (z. B. durch Verschmälerung von Wegsäumen, Vergrößerung von Feld-/Schlaggrößen, Pestizideinsatz), die als Hauptursache für diese Bestandsrückgänge anzusehen ist.

Grünlanderhalt und -optimierung

Die Förderung erneuerbarer Energien hat zudem in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Anbaufläche für Energiepflanzen enorm gestiegen ist und auch noch weiter steigen wird. Neben bekannten Kulturpflanzen wie Mais oder Raps kommen dabei auch unbekanntere Arten wie z. B. das Riesen-Chinaschilf zum Einsatz, deren Effekte auf Feldvögel oft noch nicht bekannt sind.

Durch diese veränderte Nachfrage nach Energiepflanzen geht auch eine Veränderung in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge und Nutzung einher, die sich wiederum auf die Tier- und Pflanzenwelt im Offenland auswirkt. Monokulturen reduzieren das Vorkommen von Arten um mindestens ein Drittel gegenüber Fruchtwechseln. Diese Monokulturen oder damit verbundene verengte Fruchtfolgen finden sich jedoch oftmals im Anbau von Energiepflanzen wieder. Auch die z. T. vorzeitige Nutzung von Getreide zur Ganzpflanzensilage kollidiert mit den Brut- und Setzzeiten zahlreicher Tierarten, so dass hier auch nachteilige Effekte auf die Tierwelt zu erwarten sind.

Was für die einen Arten nachteilig ist, begünstigt andere. So nutzen Gänse und Schwäne die sich durch den vermehrten Anbau von Winterraps und Wintergetreide ergebende Nahrungsressource als Winternahrung und werden so – aus Sicht der Landwirtschaft – zu „Schadvögeln“ (siehe „Schadvogelgutachten Rheinland-Pfalz“ und „Gänsemonitoring Wetterau“).

Und die Nachfrage nach Energiepflanzen führt auch zur Umwandlung von Grünland zu Ackerland und somit zu einer Gefährdung der Wiesen bewohnenden Arten, insbesondere der ohnehin bedrohten Feuchtwiesenbewohner. Hier muss alles unternommen werden (insbesondere Grünlanderhalt und -optimierung durch Wiedervernässung und großflächige Beweidung), um die Situation der Wiesenvögel nicht zu verschlechtern (siehe Studie „Grünland und Weiden – Augenweiden in Hessen“).






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