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Vogelschutz an Freileitungen

Der Anflug und der Stromtod (insbesondere von Großvogelarten) an Freileitungen stellen zwei Problemkreise dar, an dem die Staatliche Vogelschutzwarte schon lange arbeitet.

Verminderung des Anfluges an Freileitungen

Weil alljährlich Abertausende von Vögeln durch Anflug (Vogelschlag) zu Tode kommen, untersuchten wir bis 1997 in einem dreijährigen Forschungsvorhaben "Vogelverhalten an Hochspannungsfreileitungen" mit vielen Partnern die Ursachen für diese Unfälle und entwickelten auf der Basis der bei europäischen Vogelarten vorhandenen optischen Signale (Kontraste in der Gefiederfärbung) Markierungssysteme zum frühzeitigen Erkennen der Seile in der Luft. Parallel ließen wir durch ein Planungsbüro im Auftrag der RWE das gesamte Leitungsnetz dieses Stromunternehmens (11.000 km!) auf vogelschlagriskante Abschnitte untersuchen.

Inzwischen werden mit Hubschraubereinsatz die neu entwickelten Vogelmarker in diese Leitungsabschnitte eingebaut. Untersuchungen an Probeabschnitten haben ergeben, dass durch diese Markierungen das Vogelschlagrisiko um 90% reduziert werden kann. Wir empfehlen zu diesem Thema die Lektüre unseres "Vogel und Umwelt"-Sonderheft "Vögel an Freileitungen".

Maßnahmen gegen Stromtod

Die Masten von Mittelspannungsleitungen werden sowohl im Brut- wie im Durchzugsgebiet von vielen Vogelarten, von den Störchen über die Greifvögel bis zum Uhu, gerne als exponierte Aussichts- und Ruheplätze genutzt. Wenn diese Arten mit ihrer großen Flügelspannweite die Spannungspotenziale überbrücken, kommt es häufig zum tödlichen Stromschlag oder Stromschluss.

Obwohl seit vielen Jahren die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW e.V.) zusammen mit Natur- und Umweltschutzverbänden Empfehlungen zum Vogelschutz an Freileitungen herausgegeben hat, die von Netzbetreibern umgesetzt werden, existieren immer noch zahlreiche gefährliche Masttypen ohne Vogelschutzeinrichtungen. Mit der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 53 BNatSchG NeuregG) vom 25. März 2002 bzw. der Neufassung (§ 41 BNatSchG) vom 1. März 2010 sollen innerhalb von zehn Jahren d.h. bis zum 31. Dezember 2012 Masten und technische Bauteile mit hohem Gefährdungspotential so ausgerüstet oder konstruiert werden, dass Vögel gegen Stromschlag geschützt sind. Um diese Maßnahmen möglichst zielorientiert umzusetzen, erarbeiten wir für die Netzbetreiber Karten mit Darstellung der Vorkommen der relevanten Großvogelarten. Auch legten wir gemeinsam die geeignetsten Absicherungsmaßnahmen fest, die von Abdeckhauben und Schlauchisolierungen bis zu Sitzstangen (-"brettern") in Schwarzstorch-Revieren reichen.






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