Glas ist eine doppelte Gefahrenquelle
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Wie kann man Vogelanflug an Glasfassaden vermeiden?
- Es reflektiert die Umgebung: Bäume und Himmel spiegeln sich und täuschen dem Vogel einen Lebensraum vor.
- Es ist durchsichtig: Der Vogel sieht nur eine Pflanze hinter dem Glas und nimmt das Hindernis davor nicht wahr.
Schutzmaßnahmen vor dem Baubeginn
Bevor Glas an Stellen geplant ist, an denen es eine Gefahr für Vögel bilden könnte, sind folgende Überlegungen anzustellen:
- Muss es wirklich durchsichtiges Glas sein?
- Muss es eine transparente Konstruktion an exponierter Lage sein?
- Kann die Glasfläche reduziert werden?
- Würde auch eine mobile Vorrichtung, die nur im Bedarfsfall aufgestellt wird (z.B. Windschutz), reichen?
- Wo wird die Kollisionsgefahr am größten, und wie kann man ihr vorbeugen?
Folgende Alternativen sind zu nutzen:
- Vogelschutzglas
- Geripptes, geriffeltes, mattiertes, sandgestrahltes oder geätztes Glas
- Milchglas, Kathetralglas, Glasbausteine
- Mit Sprossen unterteilte Fenster
- Andere, undurchsichtige Materialien
- Oberlicht statt seitlicher Fenster
- Fenster neigen statt im rechten Winkel anbringe
Nachträgliche Schutzmaßnahmen bei bestehenden Gefahrenquellen
- Nur eine flächige, sich möglichst von der Umgebung abhebende Markierung bringt den nötigen Schutz
- Am besten bewährt haben sich senkrechte Streifen, die etwa 2 cm breit sind und im Abstand von höchstens 10 cm zueinander angebracht werden (sog. "Bird stripes" scotch magic tape 810, auch einfache schwarze oder weiße PVC-Klebebänder)
Einfach aber wirkungsvoll
- Gardinen, Jalousien, Dekorationen, Firmensignale etc.
- Möglichst fassadenahe, dichte Begrünung
- Rote bzw. gelbe Kunststoff-Reflektoren (Wildreflektoren, Durchmesser 6 cm) frei vor Fenster gehängt, so dass sie sich drehen, können Glasanflüge wirksam reduzieren
- Futterhäuschen und Nistkästen möglichst nicht in Fensternähe anbringen
Um Kollisionen weitgehend zu vermeiden, müssten Scheiben flächig markiert oder durch alternative Materialien ersetzt werden. Völlige Transparenz und Vogelschutz sind leider unvermeidbar.
Weitere Informationen unter "Vogelschutz an Glasfassaden"
Studien "Vermeidung zur Vogelanprall" und "Wirksamkeit von Greifvogelsilhouetten" sind unter www.wua-wien.at/home/naturschutz-und-stadtoekologie/vogelanprall-an-glasflaechen/ downloadbar.
Weitere Informationen unter "Vogelschutz an Glasfassaden"
Studien "Vermeidung zur Vogelanprall" und "Wirksamkeit von Greifvogelsilhouetten" sind unter www.wua-wien.at/home/naturschutz-und-stadtoekologie/vogelanprall-an-glasflaechen/ downloadbar.
Merkblatt gegen Vogeltod an Scheiben
Jeder kennt das Problem, aber es ist viel schlimmer als vermutet. Täglich fliegen in Europa mindestens 250.000 Vögel an Scheiben und ähnlichen Hindernissen in den Tod. Die wenigsten Kollisionen werden bemerkt und die Opfer dann sehr schnell von Beutegreifern geholt. Viele verunglückte Vögel sterben erst später an ihren inneren Verletzungen. Mindestens 70 Vogelarten sind bei uns betroffen, von Amsel und Eisvogel über Sperber bis Zaunkönig. Häufig geht auch noch die Brut zugrunde.
Leider nützen die bekannten schwarzen Silhouetten von Greifvögeln nichts. Vögel sehen unbewegte Silhouetten nicht als Gefahr, sondern nur als Hindernis. Sie knallen daneben an die Scheibe. Wenn die Silhouette innen hängt und die Scheibe spiegelt, ist sie noch nicht einmal als Hindernis erkennbar. Die Vögel prallen sogar da auf, wo die Silhouette innen hängt.
Einen völlig neuen Weg hat Dr. Friedrich Buer zusammen mit Martin Regner vorgeschlagen ("Vogel und Umwelt", Band 13, Heft l, S. 31-41, Aug. 2002). Sie wollen Scheiben mit Mustern markieren, die Vögel warnen, für Menschen jedoch unsichtbar sind. Das sollte mit Mustern gelingen, die nur im UV-Licht erkennbar sind und nur für Vögel sichtbar wären, weil sie im Gegensatz zu uns UV-Licht sehen können (Näheres bei www.spinnennetz-effekt.de). Leider sind die notwendigen Forschungsarbeiten schwierig und langwierig.
Glücklicherweise gibt es eine simple Methode, die sehr wirksam den Vogeltod an Scheiben stoppt: Einfach Scheiben außen nicht mehr putzen und wenn doch, dann anschließend mit Lichtschutzlotion betupfen. Staub und Lichtschutzlotion schlucken UV-Licht, saubere Teile der Scheiben dagegen reflektieren UV-Licht. Da Vögel sehr gut UV-Licht sehen können, werden sie durch ein auffälliges, vermutlich sogar farbiges Muster gewarnt.
Uns bleibt das Muster verborgen, weil wir UV-Licht nicht sehen können. Aber der Dreck und die Tupfen auf der Scheibe? Dazu ein kleiner Versuch, den Sie gleich jetzt ausprobieren können: Bitte sehen Sie aus dem Fenster auf irgendein Objekt, z. B. die Hausnummer eines Nachbarn, und prägen sich das Bild ein. Dann verschmieren Sie die Fensterscheibe mit einem fettig gemachten Finger und zwar so, daß einige Stellen sauber bleiben. Jetzt blicken Sie wieder auf die Hausnummer Ihres Nachbarn: Sie sehen sie genau so wie vorher, obwohl Sie durch eine verdreckte Scheibe sehen. Warum?
Das Auge bildet auf seiner Netzhaut alles ab, was vor ihm liegt. Aus dieser Datenflut wählt unser Gehirn aber nur das aus, was es sehen will, in unserem Versuch die Hausnummer. Das Geschmiere und der Dreck auf der Scheibe werden ausgeblendet. Deshalb sehen wir die Hausnummer, aber nicht den Dreck. Erst wenn wir direkt auf die Scheibe sehen, erkennen wir den Dreck, aber dann nicht mehr die Hausnummer. Selbst durch eine Gardine, die die Sicht absichtlich versperrt, bleibt die Hausnummer sichtbar. Wir sind nur deshalb Weltmeister im Fensterputzen, weil uns ständig eingeredet wird, wir müßten auf und nicht durch Scheiben sehen. Außerdem: Erst putzen und dann eine Gardine vorziehen - was soll das?
Was also tun? Scheiben außen nicht putzen, das bricht die Spiegelungen und warnt die Vögel. Etwas Lichtschutzlotion Faktor 30 in die hohle Hand gehen und mit der Fingerspitze die Scheibe außen im Abstand einer Handspanne ganz dünn betupfen. Sollten Sie doch einmal wieder putzen wollen, anschließend die Scheibe erneut betupfen. Seit Dr. Buer das so macht, findet er keine verunglückten Vögel mehr! - Den Vögeln zu Liebe weniger Fensterputzen!
Leider nützen die bekannten schwarzen Silhouetten von Greifvögeln nichts. Vögel sehen unbewegte Silhouetten nicht als Gefahr, sondern nur als Hindernis. Sie knallen daneben an die Scheibe. Wenn die Silhouette innen hängt und die Scheibe spiegelt, ist sie noch nicht einmal als Hindernis erkennbar. Die Vögel prallen sogar da auf, wo die Silhouette innen hängt.
Einen völlig neuen Weg hat Dr. Friedrich Buer zusammen mit Martin Regner vorgeschlagen ("Vogel und Umwelt", Band 13, Heft l, S. 31-41, Aug. 2002). Sie wollen Scheiben mit Mustern markieren, die Vögel warnen, für Menschen jedoch unsichtbar sind. Das sollte mit Mustern gelingen, die nur im UV-Licht erkennbar sind und nur für Vögel sichtbar wären, weil sie im Gegensatz zu uns UV-Licht sehen können (Näheres bei www.spinnennetz-effekt.de). Leider sind die notwendigen Forschungsarbeiten schwierig und langwierig.
Glücklicherweise gibt es eine simple Methode, die sehr wirksam den Vogeltod an Scheiben stoppt: Einfach Scheiben außen nicht mehr putzen und wenn doch, dann anschließend mit Lichtschutzlotion betupfen. Staub und Lichtschutzlotion schlucken UV-Licht, saubere Teile der Scheiben dagegen reflektieren UV-Licht. Da Vögel sehr gut UV-Licht sehen können, werden sie durch ein auffälliges, vermutlich sogar farbiges Muster gewarnt.
Uns bleibt das Muster verborgen, weil wir UV-Licht nicht sehen können. Aber der Dreck und die Tupfen auf der Scheibe? Dazu ein kleiner Versuch, den Sie gleich jetzt ausprobieren können: Bitte sehen Sie aus dem Fenster auf irgendein Objekt, z. B. die Hausnummer eines Nachbarn, und prägen sich das Bild ein. Dann verschmieren Sie die Fensterscheibe mit einem fettig gemachten Finger und zwar so, daß einige Stellen sauber bleiben. Jetzt blicken Sie wieder auf die Hausnummer Ihres Nachbarn: Sie sehen sie genau so wie vorher, obwohl Sie durch eine verdreckte Scheibe sehen. Warum?
Das Auge bildet auf seiner Netzhaut alles ab, was vor ihm liegt. Aus dieser Datenflut wählt unser Gehirn aber nur das aus, was es sehen will, in unserem Versuch die Hausnummer. Das Geschmiere und der Dreck auf der Scheibe werden ausgeblendet. Deshalb sehen wir die Hausnummer, aber nicht den Dreck. Erst wenn wir direkt auf die Scheibe sehen, erkennen wir den Dreck, aber dann nicht mehr die Hausnummer. Selbst durch eine Gardine, die die Sicht absichtlich versperrt, bleibt die Hausnummer sichtbar. Wir sind nur deshalb Weltmeister im Fensterputzen, weil uns ständig eingeredet wird, wir müßten auf und nicht durch Scheiben sehen. Außerdem: Erst putzen und dann eine Gardine vorziehen - was soll das?
Was also tun? Scheiben außen nicht putzen, das bricht die Spiegelungen und warnt die Vögel. Etwas Lichtschutzlotion Faktor 30 in die hohle Hand gehen und mit der Fingerspitze die Scheibe außen im Abstand einer Handspanne ganz dünn betupfen. Sollten Sie doch einmal wieder putzen wollen, anschließend die Scheibe erneut betupfen. Seit Dr. Buer das so macht, findet er keine verunglückten Vögel mehr! - Den Vögeln zu Liebe weniger Fensterputzen!