Welcher Nistkasten für welchen Vogel?
Ganze Generationen von Vogelschützern beschäftigten sich mit der Entwicklung von künstlichen Nisthilfen, die den speziellen Bedürfnissen der einzelnen Vogelarten gerecht werden sollten. Die ersten Nistkästen entstanden bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Bekannt wurde vor allem die 1897 entwickelte "v. Berlep'sche Höhle", die man den Spechthöhlen nachempfunden hatte und die aus einem ausgehöhlten Holzstamm mit relativ kleinem Innenraum bestand. Der später entwickelte Kasten aus Holzbrettern hatte einen wesentlich größeren Innenraum und wurde von den meisten Höhlenbrütern vorgezogen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die sehr witterungsbeständigen Holzbeton-Nisthöhlen entwickelt, die es heute in ganz unterschiedlichen Ausführungen auf dem Markt gibt. Aber auch selbstgebaute Nistkästen aus Holz erfreuen sich noch großer Beliebtheit. Dafür gibt es zahlreiche Bauanleitungen für jeden Geschmack und fast jede Situation. Niststeine, die ins Mauerwerk eingebaut werden, haben sich ebenfalls als Brutplätze für verschiedene höhlen- und halbhöhlenbrütende Vogelarten bewährt (Blaumeise bis Hausrotschwanz). Ein Kasten sollte so konstruiert sein, dass die Vorderseite zur Kontrolle und Reinigung leicht geöffnet werden kann. Durch kleinere Fluglöcher lassen sich größere Konkurrenten fern halten. Kästen mit Fluglochdurchmesser von 26 mm können nur von kleineren Vögeln wie Blau-, Tannen- oder Sumpfmeisen besetzt werden. Kohlmeisen und Kleiber benötigen einen Fluglochdurchmesser von mindestens 32 mm, Stare einen von 45 mm. Es gibt Kästen mit großen Öffnungen oder mehreren Öffnungen für Halbhöhlen- und Nischenbrüter, Kästen mit seitlichem Einflugloch für Baumläufer und besonders große Kästen für Eulen und Hohltauben. Um sicher zu sein, dass das Nistgerät auch wirklich für die Jungenaufzucht geeignet ist, sollte man beim Kauf auf das Prüfzeichen achten, das durch die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft vergeben wird. Durch die Prüfung, bei der z.B. die Wärmeleitung und die Wasseraufnahmefähigkeit des Werkstoffs getest werden, sollen unbrauchbare Geräte vom Markt gehalten werden, etwa solche aus glattem Plastikmaterial ohne Poren.