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Was kann man gegen Spechtschäden an Gebäuden tun?

Seit einigen Jahren mehren sich Meldungen über Probleme mit Spechten an Gebäuden. Ganz unterschiedliche Gebäude, vom Gartenhäuschen bis zum Mehrfamilienhaus können dabei betroffen sein. Als "Problemvögel" sind bis jetzt Bunt-, Grün- und Schwarzspecht aufgefallen, wobei der häufige Buntspecht für die meisten Specht-Problemfälle im Siedlungsbereich sorgt. Als Resonanzkörper für seine Trommelwirbel wählt er Holzmasten, hölzerne Fassadenverkleidungen, Styroporisolierung und Dämmputze - und das vom Ortsrand bis ins innerstädtische Grün. Oft hält er sehr beständig an einem einmal gewählten Gebäudeteil fest. Typischerweise treten in die Schadstellen in einer Entfernung von bis zu maximal einem Meter von der jeweiligen Hausecke auf, die der Specht als vertikales Orientierungselement (im Sinne eines Baumstammes) offensichtlich bevorzugt. Scheuchen aus Metallfolien, Plastikbändern, Wimpeln oder reflektierenden Scheiben in der Nähe der Schadstellen können bereits Erfolge erzielen. Bei besonders hartnäckigen "Fassadenspechten" empfiehlt sich als kurzfristige Maßnahme das Anbringen von Kaninchendraht im Bereich der Schadstellen. Dies verleitet dem Specht i.d.R. sehr schnell den "Spaß" an der Fassade - und nach einiger Zeit kann der Draht auch wieder an der Hausecke entfernt werden, da nicht unbedingt davon ausgegangen werden kann, dass diese Verhaltensweise auf andere Spechte tradiert wird.

Die wirksame Abspannung der Gebäude mit Netzen scheidet oft wegen den hohen Kosten, aber meist auch aus ästhetischen Gründen aus. Sinnvoll wäre eine Wandbegrünung (auch mit Rankhilfen, die zusätzlich die Spechte von der Hauswand abhalten können). Eine vorbeugende Maßnahme ist sicher die Wahl des Baumaterials. Wenig "klangattraktive" Verputzarten tragen zur Lösung bei. Zu empfehlen sind an Hauswänden, welche an alte Baumbestände angrenzen, die klassischen Mineralputze, die allerdings nicht die hohe Wärmedämmung der modernen Baustoffe aufweisen. Der Verzicht auf raue Oberflächen verhindert, dass sich Spechte an der Gebäudewand ankrallen. Sind Spechtschäden aufgetreten, sollte man die Zeit der Balz und Vorbalz mit ihrer lebhaften Trommelaktivität und Höhlenbautätigkeit verstreichen lassen, bevor man die vorhandenen Spechtlöcher schließt, da die mühevollen Ausbesserungen mitunter wieder weg gehackt werden. Das Wegfangen oder Töten einzelner Individuen ist, abgesehen von naturschutzfachlichen Bedenken, kein probates Mittel. Für Spechte geeignete Strukturen Ressourcen in der Hausumgebung (alte Baumbestände), würden neue Spechtindividuen zu den problematischen Gebäuden führen.