Bussardattacken beim Joggin
Jährlich kehren die Schlagzeilen "Jogger von Bussard attackiert" wieder und oft wird in diesem Zusammenhang der Hitchcock-Thriller "Die Vögel" in Erinnerung gerufen. Es gibt diese Fälle tatsächlich - aber es handelt sich dabei um äußerst seltene Einzelereignisse.
Bei den attackierenden Vögeln handelt es sich ausschließlich um Mäusebussarde. Die Attacken erfolgen immer in der Brutzeit der Vögel, im Zeitraum zwischen Mai bis Juli, wenn junge Mäusebussarde kurz vor dem Ausfliegen stehen oder gerade ausgeflogen sind. In der Regel finden die Angriffe in der unmittelbaren Nestumgebung statt. Nähert sich ein Mensch in schneller Bewegung - z.B. eben ein zufällig vorbei kommender Jogger - sehen die Altvögel darin eine Gefahr. Sie versuchen den vermeintlichen Feind durch Flugattacken zu vertreiben. Die Attacken erfolgen typischerweise von hinten und nur auf joggende Personen, in sehr seltenen Fällen auch auf Radfahrer. Spaziergänger bleiben unbehelligt. Meist begnügt sich der Altvogel mit Scheinattacken. In einzelnen Fällen haben die Attacken kleine Kratzwunden zur Folge, wenn der Altvogel mit hängenden Beinen flach über den Kopf der Jogger fliegt. Größere Verletzungen durch dieses Verhalten sind bisher nicht bekannt geworden. Doch auch bei kleineren Verletzungen sollte man seinen Hausarzt aufsuchen und gegebenenfalls den Tetanus-Impfschutz auffrischen lassen. Tollwut gibt es bei Vögeln nicht und kann daher als mögliche Ursache der Attacke mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Wir empfehlen Joggern Waldwege, wo ein solches Verhalten bekannt wurde, während des Zeitraums Mai bis Juni zu meiden oder in den relevanten 100-200 Metern eine Gehpause einzulegen. In Einzelfällen haben auch Hinweisschilder des Forstamts bzw. kurzzeitiges Sperren einzelner Forstwege zur Entspannung der Situation beigetragen. Obwohl der Mäusebussard mit 67.000-110.000 Brutpaaren in Deutschland der häufigste Greifvogel ist, zeigen immer nur einzelne Individuen (z.T. in mehreren Jahren nacheinander) dieses Verhalten. In unserem Geschäftsbereich werden pro Jahr nur rund ein Dutzend dieser Fälle bekannt.