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Staatliche Vogelschutzwarte
für Hessen, Rheinland-Pfalz
und Saarland

Fon: +49 (0)69 420105 0
Fax: +49 (0)69 420105 29

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Artenhilfskonzept

Erarbeitung von Artenhilfskonzepten für bedrohte Vogelarten

Laut aktueller Roter Liste der Vögel Hessens von 2006 sind von den Brutvögeln in Hessen 24 ausgestorben, 35 vom Erlöschen bedroht, 3 stark gefährdet, 25 gefährdet und 6 mit geografischer Restriktion. Dies macht zusammen 51,1% der hessischen Brutvogelarten aus. Nimmt man noch die 32 Arten der Vorwarnliste hinzu, erhöht sich der Anteil auf 68,7%.

Auch nach der Bewertung des Erhaltungszustands der hessischen Brutvogelarten von 2009, bei der die Parameter „aktuelles natürliches Verbreitungsgebiet“, „Population“, „Habitat der Art“ und „Zukunftsaussichten“ berücksichtigt wurden, haben 77 Arten (= 41,4%) einen ungünstig – schlechten Erhaltungszustand, 54 Arten (= 29%) eine ungünstig – unzureichenden Erhaltungszustand und nur 55 Arten (= 29,6%) befinden sich in einem guten Erhaltungszustand.

Um die Bestände wieder von einem ungünstigen in einen guten Erhaltungszustand zu bringen, bedarf es großer Anstrengungen. Das HMUELV hat daher im Jahre 2008 die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland (VSW) mit der Erstellung erster Artenhilfskonzepte beauftragt.

Da nicht alle 131 Arten, die in einem ungünstigen Erhaltungszustand sind, gleichzeitig bearbeitet werden können, wurde von der VSW eine vorläufige Prioritätenliste erstellt, der in einer für Hessen angepassten Form die Kriterien für die Festlegung der Verantwortlichkeit des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zu Grunde liegen. Diese sind „Anteil der Population in Hessen an der Welt-, Europa- und Deutschlandpopulation“ (errechnet aus den publizierten Bestandszahlen), „Bedeutung dieser Population für den Genfluss zwischen Populationen“ (ermittelt über die Position Hessens im Gesamtareal), „welt-, europa- und deutschlandweite Gefährdung der Art“ (nach Roter Liste IUCN, SPEC-Arten, Rote Liste Deutschland) sowie „Vorkommen hochgradig isolierter Vorposten“.

Auf der Basis der Prioritätenliste wurden seit 2008 erste Artenhilfskonzepte erstellt, Artenworkshops durchgeführt, Konzeptvorschläge modellhaft umgesetzt, deren Erfolge oder Misserfolge dokumentiert und die Artenhilfskonzepte entsprechend modifiziert. Ab 2011 werden fertige Konzepte publiziert sowie in Fachtagungen der Öffentlichkeit vorgestellt.